Gemeinde Niepars 
Niepars - Duvendiek - Zansebuhr - Martensdorf - Obermützkow  

Landkreis Vorpommern-Rügen

 

Duvendiek


Karte von 1885

westl. von Stralsund, OT der Gemeinde Niepars

 
1325                       Duvendike
1352                       dquendike
1445                       duuendyke
1544                       duwendyke
1696                       Duwendyk
1922                       Duvendieck
 

 Auch von Duvendiek sind uns hervorragende Dokumente aus der schwedischen Besatzungszeit erhalten geblieben. Wie von Niepars existieren auch von Duvendiek die schwedischen Matrikelkarten mit den dazugehörigen Textbüchern.

 Einwohner nach dem Ausrechnungsbuch Bd. 13, S. 361

 

I(Clingscher Anteil):

  1. Georgen Bernt Dufslaff Cling, Possessor des größten Teils.
  2. Andris Hein, B., Unt.
  3. Jocom Leans, B., Unt.
  4. Henrick Warnas, B., Unt.

   8.    Jacob Bewenitz, Leineweber und Frantz              Muck, Feldscheer, beide auf Clings Hof.

 II. Oldendorfer Anteil:

  1. Daniel Smitt, B., Unt.
  2. Micael Clementz, B., Unt.
  3. Hinrick Reudel, B., Unt.
  1. der Kuhhirt
  2. Einlieger

 

 

Matrikelkarten der Schwedischen Landesaufnahme von Vorpommern 1692-1709

(Die Zahlen auf der Karte stimmen mit der Einwohnerliste überein.)

 

Übersetzung von Curschmann, Matrikelkarten: Seite: 296

 37. Duvendieck, 1695 September.

Barther Distrikt, Kirchspiel Niepars

Bauerndorf mit großen Ackerhof. Hufenzahl nicht sicher feststellbar. Von zwei vorhandenen Teilen setzt Cling den seinen zu 3 red. Steuerbaren Hufen an, 1½ auf den Ackerhof, je ½ auf jeden der 3 unterständigen Bauern gerechnet. Der andere Anteil ist auf 2 Landhufen (nicht reduciert) geschätzt. Zusammen ergeben sich also 6-8 steuerbare Hufen und dazu eine nicht bekannte Zahl von Ritterhufen.

 Besitzer:  Altes Mellenthinsches Lehn, wie die Dorfbeschreibung richtig aussagt.

Das Dorf oder mindestens ein Teil von ihm war Mitte des 15. Jhs. In den Händen der Familie Mellenthin. Jochim Mellenthin (†1468), ist der erste nachweisbare Besitzer, wie sich daraus entnehmen läßt, daß seine beiden Söhne Henning und Tideke, sowie ihre nachkommen durch mehrere Generationen als Anteilsbesitzer von Duvendiek genannt werden. Von den beiden Linien Hennings Descendenz als auf Duvendiek, die Tidekes als auf Zansebuhr ansässig bezeichnet. Ende des 16. Jhs. (Türkensteuerregister 1595) sitzt des älteren Henning gleichnamiger Enkel auf D. Neben ihm sind am Adelsanteil die Öbelitz mit einem kleinen Besitz beteiligt. Die Duvendiecker Mellenthin befanden sich um diese Zeit in Vermögensverfall und haben daher mehrmals ihren Besitz durch Aufnahme von Anleihen belasten müssen. 1593 werden die 3 Pflugdienste (=Bauern) des Mellenthinschen Anteils an Georg Segebaden auf Koosdorf (Insel Rügen) für 1000 Fl verpfändet. 1597 ist noch mehr Geld nötig, das Dreifache, 1500 Rthl leiht Jochim Steding, Hauptmann zu Barth, dem dafür wieder Duvendieck verpfändet wird. Die Lehnsrechte der Mellenthins bestehen aber weiter, wie eine Neubelehnung durch Herzog Phillip Julius 1613 erweist, ebenso aber auch die Schuld: 1631 ist Duvendieck noch nicht wieder eingelöst, denn es erscheint in der Hufenmatrikel Michel Steding, Jochims Sohn, als Pfandbesitzer. Die Entwicklung in den nächsten Jahren ist nicht bekannt. Zur Wiedereinlösung sind die Mellenthins jedenfalls nicht gekommen. Ihr Anteil ging vielmehr in die Hände eines kapitalkräftigen Stralsunder Bürgers, des Hauptmann Nikolaus> Baumann über, von dem ihn „einige Zeit“ vor 1695 Georg Bernt Dubislaw Cling, der Besitzer von 1695 kaufte. Der Anteil (I) besteht aus dem Ackerhofe (1) und 3 untertänigen Bauern (Nr. 2, 3, 4). Hierin wohl auch der Öbelitzsche Anteil enthalten. 

Der andere Anteil (II) in Größe von 2 Landhufen gehörte Mitte des 16. Jhs. zum Amte Barth. Dies weiß die Dorfbeschreibung von 1695 auch noch und setzt hinzu, daß ein freier Schulze auf ihm gesessen habe. Wann dieser große Schulzenhof in Privathand gekommen und sein Land in 3 kleine Bauern- oder Kossatenstellen umgelegt worden ist, ist nicht bekannt. 1695 ist der II. Anteil von Duvendieck Pertinenz zu Oldendorf, Besitzerin Christian Schlichtekrulls Witwe.

 

Aufsiedlung 1932

Durch die Aufsiedlung der Pommerschen Landgesellschaft entstanden in Duvendiek 27 Siedlungen. Die Land- zuteilung erfolgte von 2 bis 20 Hektar kleinere Siedlerstellen wurden als Nebenerwerbs-Siedlungen bezeichnet.  Eine Siedlung haben folgende Familien erhalten: Paasche, Radatz, Borchert, Redmann, Wild, Gierloff, Henk, Friedrichs, Burmeister (H. und W.), Gude, Abraham, Warkentin, Rohlfing, Happe, Vollert (W.), Bast, Stehr, Bartelsmeier, Schmidt, Lux, Knobloch, daneben Name unbekannt, Framke, Goldenbogen, Tramp, Olsen-Bank.  

Herr Birger Olsen-Bank lebte bis 1948 in Duvendiek. Sein Besitz übernahm der Örtliche Landwirtschaftsbetrieb (ÖLB).

 

Gemeinde Niepars  •  Gartenstrasse 13b  •  18442 Niepars